Wladiwostok

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Wladiwostok ca. 1910

Wladiwostok, was übersetzt “Beherrsche den Osten” heißt, war für Russland in etwa das gleiche, was Tsingtau für Deutschland darstellte: Ihr Bein in der Tür, des geschwächten Chinas. Und wohl auch ihre kapitalstische Vorstellung von Kolonialpoltik.

Wladiwostok war auch für die russische Flotte ein geeigneter Ankerplatz und ein sicherer, eisfreier Hafen.
Generalgouverneur Ostsibiriens Nikolai Murawjow-Amurski, nannte sie “das Goldene Horn” Asiens, wegen der Ähnlichkeit mit der Bucht in Istanbul.


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Schnell entwickelte sich die Stadt zu einem internationalen Handelszentrum, zu einem Tummelpatz für die Reichen und Schönen. Um die Jahrhundertwende siedelten sich dort viele ausländische Kaufleute an, deren Bauten teilweise heute noch das Stadtbild prägen. Die Wirtschaft erlebte ab 1903 einen Aufschwung mit der Fertigstellung der Transsibirischen Eisenbahn. Die Verband, damals noch über Harbin, Wladiwostok mit Moskau und Europa.

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n Kaufhaus „Kunst & Albers“; Aufnahme von 1907; das Gebäude existiert bis heute (Foto aus der Privatsammlung von Sergej Trejne)

Protzige Bauten

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Das Hotel heute

Das in dem Buch erwähnte Hotel Versailles existiert tatsächlich. Und ist eines der ältesten Gebäude in der Stadt. Es ist bis zum heutigen Tage ein Hotel geblieben, wurde neulich erst in den Originalzustand versetzt.

Von jeher war die Gegend im Schnittpunkt internationaler Einflüsse gewesen. Japanische Restaurants schließen an Koreanische an; der Chinese ist neben dem Ukrainer.

Überall Ukrainer …

Überhaupt gibt es verhälnismäßig viele Ukrainer, bedingt durch die sowietische Auswanderungspolitik in der Stadt.

Der Bhf. in Wladiwostok

Sie beeinflussten wesentlich die Küche der Stadt, die ganz eigene Komposition der kulinarischen Traditionen Europas und Asiens bietet.

Auf dem Tisch der Bevölkerung kann man meistens die traditionellen russischen und ukrainischen Speisen wie den aromatischen Borschtsch, goldige Plinsen mit rotem Kaviar, leckere Wareniki, rotbäckige Pasteten mit den vielfältigsten Füllungen, Golubzy, Essigpilze und, natürlich, auch knackige saure Gurken sehen.

Die zahlreichen Restaurants und Geschäfte der Stadt laden einen zum Bummeln förmlich ein. Sehr viele Restaurants der chinesischen Küche sind in Wladiwostok verbreitet.
Das ist kein Wunder, bei so vielen Gastarbeitern aus dem asiatischem Raum…

Die Küche des Fernen Ostens ist fremdartig, hat die exotischen Gerüche und das Besondere, eine auffallende Farbe.

Sie unterstreicht die Vielfältigkeit der Meeresdelikatessen, welche man in keiner anderen regionalen Küche treffen kann.

Die ungewöhnlichen Zutaten, die vielfältigen Gewürze, die originelle Präsentation und das unglaubliche Spektrum der Aromen der Speisen machen erst einen Teil vom Gesammteindruck klar.

Neue Einflüsse aus Wladiwostok

Negativ beeinflusste die Tatsache die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt, dass sie im Zeitraum von fast 30 Jahren den Status einer “geschlossenen Stadt” hatte. Wieder zugänglich für die internationalen Kommunikation und Gelder wurde Wladiwostok nach dem Zerfall der UdSSR und der Bildung des neuen Staates – der Russischen Föderation, nach 1992.

Durch stetige Bemühungen und Verbesserungen ist es im 21.Jhd. wieder Gelungen, aus dem Schatten hervorzutreten und Wladiwostok zu dem wichtigen Hafen zu machen, der es einst war.


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