Wissenwertes über Tee

Tee

Tee ist das wichtigste und älteste Getränk in China, es gibt jedoch kein Dokument, keine Notiz das ihn erwähnt. Sicher ist jedoch, dass es bereits im Jahr 221 v. Chr. unter der Qin-Dynastie eine Teesteuer gab.

Tee enthält, je nach Pflanzenteil (Knospe am meisten, Blätter absteigend) bis zu 4,5 % Coffein. Im 19. Jahrhundert wurde dieser Wirkstoff im Tee als „Thein“ oder „Teein“ bezeichnet. Das Getränk wurde bis zur Rechtschreibreform von 1901 mit th als „Thee“ geschrieben.

Anbau

tee-plantage
Teeplantage

Der chinesische Tee wird vor allem im Süden des Landes angebaut, wobei der grüne Tee aus den ostchinesischen Provinzen Zhejiang, Anhui und Fujian, der Oolong-Tee aus Fujian oder Taiwan, der gelbe Tee aus Hunan und der rote Tee aus Sichuan und Yunnan.

Teepflanzen sind als Sträucher zu bezeichnen, die speziell gezüchteten Pflanzen in China werden bis zu 100 Jahre alt. Die Vermehrung findet duch Saatgut und Stecklinge statt, die drei bis sechs Jahre wachsen müssen, bevor geerntet werden kann.

In China unterscheidet man im Wesentlichen sechs Teesorten:

  • 綠茶 / 绿茶, lǜcháGrüner Tee
  • 白茶, báicháWeißer Tee
  • 黃茶 / 黄茶, huángcháGelber Tee
  • 烏龍茶 / 乌龙茶, wūlóngcháOolong Tee‘ (halbfermentierter Tee)
  • 普洱茶, pǔ’ěrcháPu-Erh Tee‘ (nachfermentierter Tee aus der Stadt Pu’er)
  • 紅茶 / 红茶, hóngcháRoter Tee‘ (dt. Schwarzer ~)

Es ist auch durchaus üblich, anstatt des Gelben Tees beduftete Tees (wie etwa Jasmintee) als sechste Sorte einzuordnen.

Ernte

Die besten Qualitäten werden nach wie vor fast ausschließlich von Hand geerntet. Das Teepflücken ist ein uraltes Handwerk, das beträchtliche Erfahrung erfordert und meist von Frauen ausgeübt wird.

Bei Spitzentees wird jeweils nur die Knospe jedes Triebes mit zwei Blättern geerntet (two leaves and a bud).

  • Den Anfang macht die 1. Pflückung im Frühling, First Flush genannt, von März bis etwa Mitte April. Diese Tees sind frisch und spritzig, geprägt von jungen Triebspitzen, qualitativ meist hochwertig, verlieren aber nach einigen Monaten von ihrem frischen Aroma und sollten daher nicht lange gelagert werden.
  • Danach kommt ab April bis Mitte Mai eine Zwischenernte, In between. Deren Teeblätter werden aber hauptsächlich zum Strecken von höherwertigen Tees verwendet
  • Im Sommer kommt endlich die wichtigste Ernte, die 2. Pflückung, oder auch Second Flush genannt. Diese Ernte zeichnet sich vor allem durch Qualität aus, und gehören zu den hochwertigsten Tees, sie behalten bei der Lagerung lange ihr Aroma.
  • Autumnal wird die Herbstpflückung im Oktober und November bezeichnet. Er gehört nicht mehr unbedingt zu den hochklassigen Tees, hat jedoch einen ausgeprägten, vollmundigen Charakter.

Teezeremonien

Die chinesische Teekultur ist ein bedeutender Teil der chinesischen Kultur und die weltweit älteste ihrer Art. Die japanische Teekultur hat ihre Wurzeln in China, wurde aber im Laufe der Zeit unabhängig weiterentwickelt.

Gong Fu Cha Utensilien

Am Verbreitesten ist die Gong Fu Zeremonie, aber es gibt noch andere. In China steht der Teegenuss an erster Stelle, sie wurde nie zu einem so ausgefeilten Ritual entwickelt wie die japanische: Ihre Ausführung ist weniger an einen Ort, wie beispielsweise ein Teehaus oder einen Teeraum gebunden.

Im Vordergrund steht der gemeinsame Genuss des Tees, die hierfür notwendigen Gerätschaften und Handlungen dienen dessen bestmöglicher Zubereitung.

Gong Fu Zeremonie

Es gibt mehrere Arten der Teezeremonie in China, wozu jeweils unterschiedliche Teesorten verwendet werden. Die verbreitetste Art ist Gongfu Cha zur Zubereitung von Oolong- und Pu-Erh-Tee. Es werden, nachdem das Geschirr zur Reinigung und Desinfektion mit kochend heißen Wasser überbrüht wurde, die Teeblötter ebenfalls in die Kanne gegeben und überbrüht. Dieser erste Aufguss, „Der Aufguss des guten Geruchs„, wird dann sofort wegeschüttet. Er soll nur die Blätter öffnen, damit bei weiteren Aufgüssen die Bitterkeit gemildert wird.


Pieter Gerritsz. van Roestraeten: Stillleben mit chinesischen Teeschalen; eines der frühesten bekannten europäischen Gemälde mit einer Yixing-Teekanne
Pieter Gerritsz. van Roestraeten: Stillleben mit chinesischen Teeschalen; eines der frühesten bekannten europäischen Gemälde mit einer Yixing-Teekanne

Der zweite Aufguss heißt „Der Aufguss des guten Geschmacks“ und verbleibt ca. 10-30 Sekunden in der Kanne, dann wird schichtweise eingeschenkt oder dekantiert, je nach Familientradition.

Die weiteren Aufgüsse werden „Die Aufgüsse der guten Freundschaft“ genannt, wobei der Tee etwas länger ziehn muss. Bei guter Qualiät sind mehrere Aufgüsse möglich.

Ursprünglich bestand das chinesische Teegeschirr nur aus Teeschalen; gekocht wurde der Tee in großen Kesseln, aus denen er dann mit Schöpfkellen eingeschenkt wurde. Während der Song-Dynastie fingen die Gelehrten an, Tee-Utensilien als kostbare Objekte anzusehen und zu sammeln, parallel zur Entwicklung der Teezeremonie.

Die ältesten bekannten Teekannen, die nachweislich in China benutzt wurden, waren nicht aus Porzellan, sondern aus rötlicher Keramik und wurden zur Zeit der Ming-Dynastie in Yixing hergestellt